Genusstour Restaurant Oliv in Barcelona

Barcelona ist die zweite Station unserer Genussreise rund ums Mittelmeer. Ihre besondere Lage am Meer mit den Bergen im Hinterland Kataloniens spiegelt sich in der Küche und auf dem Teller wieder.
Uns hat Barcelona zu den Gerichten des Monats März inspiriert: Esqueixada cataluna und Pluma iberico mit tortilla espanola und grünem Spargel. Begleiten Sie uns und reservieren Sie rechtzeitig Ihren Tisch! Geniessen Sie unsere mediterrane Küche – Meer denn je!

Fünf Vorschläge für halbtägige Touren in Barcelona
Seit Freddy Mercury 1992 anlässlich der Olympischen Spiele «Barcelona» sang, hat sich die katalonische Hauptstadt nach Paris, Rom, London zu einer der meistbesuchten Städte Europas entwickelt. Barcelona ist relativ klein, und es gibt viel zu entdecken, so dass sie sich ideal für einen Kurztrip eignet. Und zum immer wiederkommen.

Wir schlagen fünf halbtägige Spaziergänge vor, die sich besonders gut eignen, den Charme der Stadt mit allen Sinnen zu entdecken. Denn die besondere Lage Barcelonas am Meer mit den Bergen im Hinterland spiegelt sich auf dem Teller wieder. In der Geburtsstadt Ferran Adriàs gibt 24 Sternerestaurants, und unzählige weitere empfehlenswerte kulinarische Adressen.


Modernisme Català
Eine der bekanntesten Strassen Barcelonas ist der Prachtboulevard Passeig de Gràcia. Er ist von zahlreichen Gebäuden der Architekten und Künstler des katalanischen Jugendstils, des Modernisme Català, gesäumt, darunter Antoni Gaudí. Schön anzusehen sind auch die Gassen, die links und rechts davon abgehen – eine malerischer als die andere und flankiert von schönen Häuserfassaden mit liebevoll verzierten Balkonen.

Die Casa Milà und Casa Battló sind zwei beeindruckende Stadtvillen im modernistischen Stil, die unweit voneinander entfernt in dem Eixample genannten Stadtviertel stehen. Wenn Sie richtig Lust auf Gaudís Architektur haben, lohnt sich der Besuch in beiden Häusern.

Die Casa Milà hebt sich wie ein mächtiger Steinbruch, «La Pedrera», an einer Häuserecke des eleganten Spazierwegs empor. Beeindruckend ist, wie Gaudí schon damals die Belüftung des Hauses so konstruierte, dass keine Klimaanlagen nötig sind, um die Wohnungen auch im Sommer kühl zu halten. Diese werden übrigens zum grossen Teil noch heute von alteingesessenen katalanischen Familien bewohnt oder beherbergen Büros.

Von der Casa Milà aus kann man einen tollen Blick auf die Stadt geniessen, die Casa Battló verzaubert im Inneren. Auch die Casa Amattler und Lleó Morera befinden sich in diesem Stadtteil. Laufen Sie noch ein Stück weiter nach Norden und sie können die Casa de les Punxes sehen, einem Bau aus der gleichen Zeit, der aber eher an ein Schloss erinnert.

In einer der vielen Seitengassen der Passeig del Gràcia lohnt sich ein Snack in einer der Tapasbars, je weiter weg vom Boulevard, desto besser. Dort wäre z.B. eine tortilla espanola ein toller Mittagssnack. Tortilla espanola ist in ganz Spanien verbreitet und kann neben der Paella und der Gazpacho als spanisches Nationalgericht angesehen werden. Im ganz ursprünglichen Sinne wird sie lediglich aus Kartoffeln, Eiern, Olivenöl und Salz zubereitet, kann aber mit weiteren Zutaten variiert werden. In Katalonien wird der Tortilla immer reichlich Knoblauch beigegeben. Tortilla ähnelt der italienischen frittata. Bei dieser ist die Zutatenliste total offen. Zudem unterscheidet man noch die Tortilla francesa, bei der keine Kartoffeln verwendet werden. Dass das mexikanische Fladenbrot genauso heisst, hat nichts mit den Zutaten zu tun, sondern ist ausschliesslich auf die Form und den spätlateinischen Begriff «torta» zurückzuführen.

Genussreise Restaurant Oliv Barcelona

Bummeln und geniessen im Gràcia
Die Sagrada familia, die berühmteste Baustelle des 20. Jahrhunderts, braucht einige Stunden, um besichtigt zu werden. Wahrscheinlich kennen Sie diese auch schon, weswegen wir vorschlagen, sich im Gràcia-Viertel westlich davon umzusehen. Sie könnten die Casa Vicens von Gaudí ansteuern. Bei dieser Stadtvilla sieht man noch die maurischen Einflüsse, arabisch-orientalische Muster und Formen, die auch viele andere Vertreter des Modernisme Català, des Jugendstils in Barcelona, damals in ihren Werken nutzten.

Im Viertel Gràcia können Sie sich an einer unendlichen Auswahl an kuriosen Läden sattsehen und in diverse Esslokale an einem der vielen Plätze einkehren und Tapas zum Wein geniessen. Der Legende nach legte man früher geröstete Brotscheiben – mitsamt der Beläge – auf sein Weinglas, um es vor Insekten zu schützen, als Deckel also, «tapa». Inzwischen sind die kleinen Happen – von Oliven bis aufwendigere Fisch- und Fleischgerichte – weltweit bekannt.

Calçots gehören auch dazu und die bekommt man nur im Februar und März in Barcelona. Calçots sind die Sprösslinge ordinärer weisser Zwiebeln, die noch einmal in die Erde eingepflanzt werden. Wenn sie geerntet werden, sehen sie unseren Frühlingszwiebeln sehr ähnlich. Traditionell werden die Calçots auf einem Rost über offenem Feuer gegrillt, bis die äussere Haut schwarz ist. Zum Essen streift man die schwarze Haut der Zwiebel ab und taucht den zarten Teil in die würzige Romescosauce ein.

Romesco ist eine scharfe Sauce, die aus sonnengereiften Tomaten, Knoblauch, Mandeln, Haselnüssen, Paprika, Brotkrümeln, Olivenöl, Rotweinessig, Salz und Pfeffer hergestellt wird. Beliebt ist diese Sauce auch zu Fisch und Fleischgerichten, Schnecken und Gemüse wie grünem Spargel.

Genussreise Restaurant Oliv Barcelona

Gourmetshopping und Picknick mit Weitsicht
Wie wäre es mit einem Picknick im katalanischen Stil? Viele spektakuläre Bodegas, Delikatessläden und Bäckereien, um ein paar ortstypischen Köstlichkeiten zu besorgen, sind gehäuft an den Häuserblöcken Carrer d’Aragó und Carrer Valencia zwischen Rambla de Catalunya und Carrer Balmes zu finden.

Vier Lokale, die man gesehen haben muss: Reserva Iberica auf der Carrer d’Aragó spezialisiert sich auf iberischen Schinken und ist perfekt, wenn man ein paar Sandwiches machen möchte. Auf der anderen Strassenseite findet man Colmado Quilez, eine Bodega die sich auf Wein und Bier sowie Käse und Konserven spezialisiert hat. In der Carrer Valencia gibt es in der Bäckerei Crusto das Brot dazu. Auch das katalanische Coca gibt es hier, eine klassische katalanische Pastete oder Kuchen, den es in unzähligen Varianten gibt – süss, pikant, geschlossen oder als belegten Kuchen.

Gegenüber sehen Sie das Cornelia und Co, ein niedlicher Delikatessenladen, wo man unter anderem eine tolle Auswahl an Kuchen und Desserts findet. So ausgerüstet kann das Picknick (am besten bei Sonnenuntergang) auf den Bunkers del Carmel nur gut werden.

Die Luftschutzbunker am Carrer del Mühlberg ragen über das Viertel, und sind als Ausblickpunkt weniger überlaufen als der Parc Güell. Die Bunkers del Carmel wurden während des Spanischen Bürgerkriegs als Schutz vor zahlreichen Bombenangriffen gebaut und sind heute nach Renovierungsarbeiten ein Mahnmal. Nach einer halbstündigen Wanderung bergauf wird man mit einem spektakulären 360°-Blick belohnt. Und wer noch Energie hat kann noch den Park besichtigen.

Genussreise Restaurant Oliv

Mittelalter und kulinarisches Shopping
Diesen Rundgang könnten Sie am Plaça St. Pere beginnen. Direkt vor dem Kloster San Pedro de las Puellas gelegen und von schattenspendenden Bäumen umgeben, hat der Platz einen ganz besonderen Charme. Auf den Stufen des Klosters oder des Brunnens in der Mitte kann man stundenlang das Treiben der Einheimischen beobachten. Hier findet man auch kleine Cafés, die zum Frühstück oder Tapasessen einladen.

Den besten Café con leche der Stadt gibt es am Eingang zum Mercat Santa Caterina, ein paar Minuten weiter südlich, Richtung Stadtteil El Born. Im Gegensatz zum touristisch überlaufenen Mercat La Boqueria gehen hier vor allem die Einheimischen einkaufen. Werfen Sie auch einen Blick nach oben zum Dach und nehmen Sie eines der vielen frisch gekochten Gerichte mit.

Erkunden Sie danach, Richtung Süden laufend, die Carrer Montcada. Die am meisten frequentierte Strasse des Viertels El Born veranschaulicht den Reichtum der Kaufmannsfamilien, die hier residierten. Im 13. und 14. Jh. dominierte die Marine von Barcelona den Handel im Mittelmeer zwischen den Balearen, Sizilien und Italien. Die Kaufleute stellten eine mächtige Oligarchie dar, die lange über Barcelona herrschte und ihren wirtschaftlichen Erfolg offen zur Schau stellte. So gibt es viele traditionelle Kaufmannsläden, die einen Besuch lohnen.

Die besten Croissants der Stadt gibt es z.B. in der Pastelería Hofmann in der Carrer dels Flassaders. Schon wenn man die kleine Gasse betritt, kommt einem bereits der köstliche Duft von Neapolitans, Brioches, Torten oder Kekse entgegen – hier gibt es für jeden Geschmack etwas in bester Qualität. Der Laden an sich ist schon einen Besuch wert, man fühlt sich hier in die 50er zurückversetzt.

Guten Cava können Sie in der Vila Viniteca probieren und kaufen. Die Weinhandlung in der Carrer dels Aguller, 1932 gegründet, zählt zu den besten Adressen der Stadt und neben etwa 6000 verschiedenen Flaschen Wein, finden Sie dort auch Sherry, Wermut, etwa 200 verschiedene regionale Käsesorten und ebenso viele Wurstsorten wie z.B. Butifarra, sowie weitere Delikatessen. An einer kleinen Bar im Laden können Sie sämtliche Produkte verkosten.

Die süssen, fleischigen Marcona-Mandeln, auch «Königin der Mandeln» genannt, können Sie in der Casa Gispert probieren, einem Delikatessenladen bei der Basílica del Santa Maria del Mar, der zurecht zu einem der besten Europas zählt. Neben unendlich vielen katalanischen Spezialitäten, Gewürze, Öl, Tapenaden, Trockenfrüchten, Kaffee, Wein, sind hier auch Negrata-Haselnüsse im Angebot. Alle Nüsse werden noch heute auf dem 150 Jahre alten Holzofen, zweimal pro Woche, per Hand geröstet. Auch alle anderen Produkte werden nach alter Handwerkstradition gefertigt. Und die Inneneinrichtung an sich versetzt einen 100 Jahre zurück, in die Zeit der guten alten Kaufmannsläden.

Sie könnten danach das nahe gotische Viertel erkunden und für einen Blick von oben auf die Stadt die Kathedrale Santa Eulàlia ansteuern und die dreizehn Gänse im Hof der Kirche besuchen.

Zur Entspannung danach bietet es sich an, einen Wermut zu trinken und damit an einer neu belebten Tradition in Barcelona, «Fer el vermut», teilzunehmen. Zu den schweren, süssen Aromen passt Boquerones, kleine sauer eingelegte Anchovis, oder geräucherter Thunfisch, z.B. in der Bar La Plata oder La Pineda, beide südlich der Kathedrale gelegen und schon mehr als 70 Jahre vor Ort.

Genussreise Restaurant Oliv

Vom höchsten Berg zum Meer
Ein weiterer Aussichtspunkt auf Barcelona ist der Miramar auf dem Berg Montjuïc. Auf dem weitläufigen Gebiet hier oben könnten Sie auch das Castell besichtigen oder die Fundació Joan Miro. Oder Sie nehmen die Seilbahn zum Hafen und Strand Barceloneta und geniessen die tolle Aussicht. Diese Seilbahn sollte neben der Plaça Espanya mit den Venezianischen Türmen, dem Deutsche Pavillon von Mies van der Rohe und dem Poble Espanyol der Hit der Weltausstellung 1929 sein. Leider bekamen die Planer das Geld nicht rechtzeitig zusammen und so fuhr die Bahn 1931 das erste Mal.

Hier unten am Meer wäre es möglich eine Hafenrundfahrt zu unternehmen oder am Ufer von Barceloneta spazieren zu gehen. Hier standen bis zu den Olympischen Spielen Fischerhütten, die dann aber rigeros abgerissen wurden und mit Sand ein weitläufiger Strand geformt wurde. Bei einem Spaziergang auf der Promenade sehen Sie das W-Hotel mit seiner segelförmigen Architektur, die riesige Skulptur «Golden Fish» von Frank O. Gehry oder das Denkmal «Estel Ferit» von Rebecca Horn, das an die Fischerhütten erinnert.

In Barceloneta finden sich auch einige der besten Lokale für Fischgerichte. In der Bar Piñol bekommen Sie beispielsweise Esqueixada. Das ist eine traditionell katalanische Vorspeise aus Stockfisch, Tomaten, Zwiebeln, Paprika und schwarzen Oliven. Durch den Rückgang der Kabeljaubestände ist der Stockfisch heute recht teuer geworden und hat somit seinen Ruf als Arme-Leute-Essen verloren. In dem Kabeljausalat schmeckt der Bacalao nicht salzig. Er ist ganz zart, da der Fisch zwei bis drei Tage gewässert wird, bis er zum Verzehr geeignet ist. Der Salat wird auch «katalanische Ceviche» genannt, da in der Zubereitung sehr ähnlich. Weitere empfehlenswerte Bars für frische Meeresfrüchte sind das Segons Mercat oder das Jai-Ca im gleichen Stadtviertel.

Bombas sind eine weitere Spezialität, die hier in der Tapasbar La Cova Fumada erfunden wurde. Bombas sind grosse Kartoffelkroketten, oder besser gesagt Kugeln, gefüllt mit Hackfleisch. Serviert werden diese mit Aioli und Chiliöl. Auch die Bar La Bombeta ist dafür empfehlenswert.